Mein erstes soziales Netzwerk – Erinnerungen an die Vergangenheit

Als ich das erste Mal das Internet betrat, gab es WordPress noch nicht, Facebook existierte noch nicht und von meinem heutigen Job hatte ich keine Ahnung. Nun ist etwas Zeit vergangen. Das erste Mal googeln war bestimmt aufregend und interessant. Doch große Erinnerungen habe ich an die Zeit als StudiVZ aufkam. – Warum ich das jetzt referiere? Dies liegt an dem aktuellen Thema des Webmaster Fridays.

Menschen halten sich dort auf wo ihre Freunde sind.

Das deutsche soziale Netzwerk war für mich eine großartige Alternative zu Facebook, welches im Jahr 2007 noch nicht so weltumspannend war. Das Besondere an StudiVZ war, dass es nicht nur mich betraf, sondern zum Kollektiv-Erlebnis für mich, meine Freunde und Bekannten wurde. StudiVZ war die erste Abbildung meines Freundeskreises. Wir stellten Bilder von unseren Feiern hinein. Wir besprachen Veranstaltungen im StudiVZ. Es war so einfach, da jeder mit Klarnamen drin war. Das lästige Merken von Email Adressen entfiel.

StudiVZ hat seinen Drive mit der Zeit sogar etwas gesteigert. (Aus heutiger Perspektive natürlich nicht genug.) Mit der Einführung von Spielen erhielten meine Freunde und ich die Möglichkeit gemeinsam um Plätze auf dem virtuellen Treppchen zu kämpfen. Wir haben damals Brain Buddies – wenn es denn so hieß – wie verrückt gespielt. Dies allerdings nur wenige Wochen, weil sich schnell abzeichnete wer die ersten Plätze dauerhaft besetzt und weil einige Freunde anfingen die Spiele zu manipulieren. 😀

Daneben erinnere ich mich an den Buschfunk in dem auf einmal alle Ihre Interessen kundtaten. Die Interessen konnten die (teilweise sehr nutzlosen) Gruppen viel besser abbilden, deren einzige Funktion es war anderen zu zeigen, dass man selbst Teil dieser Gruppe war. Quasi, einem elitären Kreis anhing. Hier möchte ich sagen, dass die Gruppen im Studi besser geregelt waren im Facebook. Im Facebook kann jeder – ohne sein Einverständnis – zu einer Gruppe hinzugefügt werden. Im Studi musste erst die Erlaubnis eingefordert werden.

Die Übersiedlung zu Facebook erfolgte schnell und erzeugte die gleiche Euphorie wie beim Betreten des StudiVZ. Hier war alles blau und nicht rot. Trotzdem war vieles neu und Facebook sorgt noch heute dafür, dass wir ständige Neuerungen erfahren, damit wir uns nicht im Netzwerk langweilen.

Wie auch damals lebte das soziale Netzwerk von den Menschen mit denen kommuniziert wird. Meine Freunde sind im Facebook nicht sehr aktiv, dafür die SEOs. Sie schreiben, zwitschern und quatschen den ganzen Tag. Sie teilen Links, bereden Geheimpläne in geheimen Gruppen (naja) und lassen sich auf die Finger schauen.

Ein soziales Netzwerk hat zwei Hauptmotoren:

–          Aktive Freunde und Bekannten im sozialen Netz

–          Ständige Innovation und Neuerung

StudiVZ konnte die Innovationsschiene nur schwach bedienen, so dass Facebook in die Bresche gesprungen ist.

8 Gedanken zu „Mein erstes soziales Netzwerk – Erinnerungen an die Vergangenheit“

  1. Hallo Pierre, da ging es dir fast genauso wie mir. Das waren noch Zeiten mit VZ und Brain Buddies. Habe das auch sehr oft gespielt bei VZ. Ab was noch viel schlimmer war, war dieses Frohe Ernte. Das hat fast jeder meiner Freunde gespielt. Es gibt sogar noch Leute die heute sich dort einloggen und dies spielen. Vermutlich sind dies Freunde, welche dafür Geld in die Hand genommen haben.

    1. @Nico Ja, verdammt an Frohe Ernte habe ich gar nicht. Das war eine schlimme Sucht damals. 🙁
      Es war ja genau dasselbe Wettrennen, wer am meisten ernte und meisten verdiente. Da war echtes Timing gefragt. :O)

  2. Ich fand den Buschfunk auf StudiVZ irgendwie unsinnig damals. Aber mit dem Wechsel zu Facebook möchte ich Statusmeldungen nicht mehr missen. Sie machen das soziale Netzwerk lebendiger. 🙂

    Was ich aber wirklich vermisse sind die StudiVZ-Gruppen. Einfach „joinen“ und sammeln bzw. sich ausdrücken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *